USA: Trumps Cannabis-Neueinstufung – Das 2,3-Milliarden-Dollar-Geschenk an Big Cannabis
Am 10. Dezember 2025 fand im Oval Office ein Treffen statt, das die US-Cannabis-Industrie revolutionieren könnte. Anwesend: Trulieve-CEO Kim Rivers, Cresco-Labs-CEO Charlie Bachtell, Gesundheitsminister RFK Jr. und Dr. Oz. Am Telefon: House Speaker Mike Johnson – der nicht glücklich war. Das Ergebnis? Trump plant eine Executive Order, die Cannabis von Schedule I auf Schedule III umstufen würde. Das würde der Industrie 2,3 Milliarden Dollar jährliche Steuererleichterungen bringen – einen Monat nachdem Trump die 28-Milliarden-Dollar-Hanf-Industrie faktisch vernichtet hat. Willkommen in Trumps Cannabis-Paradoxon.
Die Kernpunkte im Überblick
- Das Treffen: Am 10. Dezember 2025 traf sich Trump im Oval Office mit Cannabis-Industry-CEOs Kim Rivers (Trulieve) und Charlie Bachtell (Cresco Labs) sowie RFK Jr. und Dr. Oz. Laut Washington Post kündigte Trump an, Cannabis von Schedule I auf Schedule III umzustufen.
- Der Game-Changer: Die Umstufung würde Section 280E des Internal Revenue Code eliminieren, das Cannabis-Unternehmen derzeit verbietet, normale Betriebsausgaben von der Steuer abzusetzen. Die Industrie würde 2,3 Milliarden Dollar jährlich sparen.
- Pay-to-Play: Die Cannabis-Industrie hat Millionen in Trump-nahe Organisationen investiert: 1 Million Dollar an MAGA Inc., 750.000 Dollar von Trulieve an Trumps Inaugural Committee, 250.000 Dollar vom U.S. Cannabis Roundtable (MJBizDaily).
- Der Widerstand: House Speaker Mike Johnson äußerte während des Telefonats am 10. Dezember seine Opposition. Republikanische Senatoren James Lankford und Pete Ricketts haben bereits ein Gesetz eingebracht, das 280E-Erleichterungen auch bei Schedule III blockieren würde (Cannabis Business Times).
- Die Ironie: Am 12. November 2025 unterzeichnete Trump ein Gesetz, das die 28-Milliarden-Dollar-Hanf-THC-Industrie faktisch verbietet. Jetzt gibt er Big Cannabis 2,3 Milliarden Dollar Steuererleichterungen – ein Monat später.
- Börsenreaktion: Cannabis-Aktien explodierten nach der Meldung. Trulieve-Aktien stiegen um 27%, Canopy Growth und Tilray um fast 20% (MJBizDaily).
Hintergrund: Das Treffen im Oval Office
10. Dezember 2025: Der entscheidende Tag
Am Mittwoch, dem 10. Dezember 2025, fand im Oval Office ein Treffen statt, das die 32-Milliarden-Dollar-Cannabis-Industrie der USA neu definieren könnte. Laut Washington Post informierte Präsident Donald Trump während des Treffens House Speaker Mike Johnson per Telefonanruf darüber, dass er beabsichtigt, eine Executive Order zu erlassen, die Bundesbehörden anweist, Marihuana von Schedule I auf Schedule III des Controlled Substances Act zu verschieben.
Anwesend im Raum waren:
- Kim Rivers – CEO von Trulieve Cannabis Corp., die 750.000 Dollar an Trumps Inaugural Committee spendete
- Charlie Bachtell – CEO von Cresco Labs und Vorsitzender des neu fusionierten U.S. Cannabis Roundtable
- Robert F. Kennedy Jr. – Gesundheitsminister (Secretary of Health and Human Services)
- Dr. Mehmet Oz – Administrator der Centers for Medicare & Medicaid Services
Laut MJBizDaily rief Trump während des Treffens Johnson an, um ihm die Entscheidung mitzuteilen. Johnson, ein bekannter Gegner von Cannabis-Reformen, äußerte seine Ablehnung, wurde aber darüber informiert, dass die Entscheidung bereits getroffen sei.
Was bedeutet Schedule III? Das Ende der 280E-Hölle
Die aktuelle Situation: Schedule I und 280E
Cannabis ist derzeit als Schedule I controlled substance eingestuft – dieselbe Kategorie wie Heroin und LSD. Diese Einstufung löst Section 280E des Internal Revenue Code aus, die Cannabis-Unternehmen verbietet, normale Betriebsausgaben wie Gehälter, Miete und Nebenkosten von ihren Bundessteuern abzusetzen.
Das Resultat? Effektive Steuersätze von 70% oder höher für die meisten Betreiber. Für die größten Cannabis-Unternehmen bedeutet diese Belastung, dass sie mehr als 100 Millionen Dollar pro Jahr an Bundessteuern zahlen, die sie in keiner anderen legalen Branche zahlen müssten.
| Merkmal | Schedule I (Jetzt) | Schedule III (Geplant) |
|---|---|---|
| Kategorisierung | Wie Heroin, LSD – "keine medizinische Nutzung" | Wie Ketamin, Testosteron – "anerkannte medizinische Nutzung" |
| 280E-Anwendung | JA – Keine Abzugsfähigkeit von Betriebsausgaben | NEIN – Normale Abzugsfähigkeit |
| Effektiver Steuersatz | 70%+ für Dispensaries | 21% (normaler Corporate Tax Rate) |
| Jährliche Steuerlast (Industrie) | ~2,3 Milliarden Dollar überhöht | Normal wie andere Branchen |
| Forschung | Stark eingeschränkt | Bundesförderung möglich |
Der finanzielle Impact
Die Umstellung von Schedule I auf Schedule III würde 280E sofort eliminieren. Branchenschätzungen zufolge würde dies der Industrie 2,3 Milliarden Dollar jährliche Steuererleichterungen bringen.
Für einzelne Unternehmen wäre der Impact massiv:
- State-legal Betreiber könnten endlich Gehälter, Miete, Nebenkosten und Marketing absetzen
- Effektive Steuersätze würden von 70%+ auf normale Unternehmensteuersätze (21%) fallen
- Cashflow würde sich dramatisch verbessern und Reinvestitionen ins Wachstum ermöglichen
- Viele unprofitable Unternehmen würden plötzlich profitabel werden
Pay-to-Play: Die Millionen-Dollar-Lobby
Diese Entscheidung kam nicht aus dem Nichts. Bundesweite Wahlkampffinanzierungsunterlagen zeigen, dass die Cannabis-Industrie massiv in Trump-nahe Organisationen investiert hat:
- 1 Million Dollar vom American Rights and Reform PAC (cannabis-finanziert) an Trumps MAGA Inc.
- 750.000 Dollar von Trulieve an Trumps Inaugural Committee
- 250.000 Dollar vom U.S. Cannabis Roundtable
Kim Rivers: Die Frau mit Zugang
Kim Rivers, CEO von Trulieve, war besonders nah an Trump:
- Sie nahm im Januar an Trumps Amtseinführung teil
- Sie war bei der 1-Million-Dollar-pro-Teller-Fundraiser-Veranstaltung in Trumps New Jersey Golfclub im August anwesend
- Sie erklärte öffentlich, dass "Präsident Trumps Unterstützung einen Wendepunkt in der Cannabis-Politik darstellt"
- Sie war am 10. Dezember im Oval Office dabei, als Trump die Entscheidung ankündigte
Die Opposition: Widerstand von mehreren Seiten
Die Prohibitionisten: Kevin Sabet's SAM
Kevin Sabet, Präsident von Smart Approaches to Marijuana (SAM), warnte in einem Video am 11. Dezember, dass die Umstufung "Steuergeschenke an große Marihuana-Unternehmen" bedeuten würde. Sabets Gruppe hat mit republikanischen Gesetzgebern zusammengearbeitet, um Gesetze einzubringen, die 280E-Erleichterungen auch bei einer Umstufung blockieren würden.
"Wir wissen aus mehreren Quellen, dass dies ein sehr heftiger Kampf in der Regierung war. Aber am Ende hat Präsident Trump auf Geschäftspartner und Freunde gehört – nicht auf die Wissenschaft, nicht auf die Daten – und das wird nicht gut für unser Land sein."
GOP-Senatoren: Der "No Deductions" Act
Die Senatoren James Lankford (R-OK) und Pete Ricketts (R-NE) brachten im Februar 2025 den "No Deductions for Marijuana Businesses Act" ein, der 280E-Beschränkungen auch auf Schedule III-Substanzen ausweiten würde. Das Gesetz würde explizit festschreiben, dass Marihuana-Unternehmen keine "Bundessteuervorteile" erhalten sollten.
Lankfords Begründung: "Marihuana macht unsere Familien nicht stärker, unsere Straßen nicht sicherer oder unsere Arbeitsplätze nicht produktiver. Unternehmen, die bundesweit illegale Drogen verkaufen – einschließlich Marihuana-Unternehmen – sollten keine Bundessteuervergünstigungen erhalten."
House Speaker Johnson: Widerstand von oben
Während des Telefonats am 10. Dezember äußerte House Speaker Mike Johnson seine Ablehnung der Umstufung. Johnson ist ein bekannter Gegner von Cannabis-Reformen, und sein Widerstand signalisiert potenzielle Blockaden im Kongress.
Das Cannabis-Paradoxon: Hanf vs. Big Cannabis
Hier wird Trumps Cannabis-Politik wirklich bizarr. Erst vor einem Monat, am 12. November 2025, unterzeichnete Trump ein Gesetz, das die meisten Hanf-abgeleiteten THC-Produkte faktisch verbietet – Delta-8, THCA-Blüten und Hanf-Getränke. Dieser Schritt zerstörte eine 28-Milliarden-Dollar-Industrie, die über 300.000 Menschen beschäftigte.
Jetzt bereitet Trump vor, lizenzierten Cannabis-Betreibern massive Steuererleichterungen zu gewähren – denselben Unternehmen, die direkt mit der Hanf-Industrie konkurrierten, die er gerade vernichtet hat. Die Botschaft ist klar: Big Cannabis gewinnt. Kleine Hanf-Unternehmen verlieren.
| Hanf-Industrie (Verboten Nov 2025) | Big Cannabis (Bekommt 280E-Erleichterung) | |
|---|---|---|
| Marktwert | 28 Milliarden Dollar | 32 Milliarden Dollar |
| Arbeitsplätze | 300.000+ | 450.000 |
| Unternehmenstyp | Kleinunternehmen, Landwirte | Multi-State Operators, Konzerne |
| Produkte | Delta-8, THCA, Hanf-Getränke | State-lizenzierte Dispensaries |
| Trump-Politik | Vernichtet (Illegal ab Nov 2026) | Gefördert (2,3 Mrd. $ Steuererleichterung) |
Börsenreaktion: Cannabis-Aktien explodieren
Cannabis-Aktien sprangen nach der Nachricht. Trulieve-Aktien stiegen am 11. August – nach ersten Berichten über Trumps Erwägungen – um fast 27% auf 6,50 Dollar pro Aktie. Als die Washington Post am 11. Dezember die Geschichte vom Oval-Office-Treffen veröffentlichte, sprangen die Aktien erneut.
Andere börsennotierte Unternehmen verzeichneten zweistellige Gewinne:
- Canopy Growth & Tilray Brands: Fast +20% im Vorbörslichen Handel
- Aurora Cannabis: +13,7%
- Cronos Group: +9,5%
- AdvisorShares Pure U.S. Cannabis ETF: Explodierte um 25,2%
Wird es wirklich passieren? Die Hürden
Trump kann es nicht alleine tun
Trump kann Cannabis nicht einseitig umklassifizieren. Er kann jedoch das Justizministerium anweisen, die laufende Verwaltungsanhörung zu überspringen und eine endgültige Regel zu erlassen. Der DEA-Prozess, der unter Biden im Oktober 2022 begann, wurde seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 gestoppt.
Rechtliche Herausforderungen
Zwölf republikanische Generalstaatsanwälte haben bereits signalisiert, dass sie klagen werden, wenn die Umstufung voranschreitet. Sie argumentieren, dass der Prozess gegen ordnungsgemäße Verwaltungsverfahren verstößt.
Timeline-Unsicherheit
Die Quellen der Washington Post merkten an, dass Trump "seine Meinung noch ändern könnte" und dass "der genaue Plan noch nicht finalisiert ist". Trump hat eine Geschichte von Ankündigungen, die nicht realisiert werden. Im August sagte er, eine Entscheidung würde innerhalb von "ein paar Wochen" kommen. Es ist jetzt Dezember, vier Monate später.
Chancen & Risiken
Chancen
- Für Multi-State Operators: 2,3 Milliarden Dollar jährliche Steuererleichterungen würden Cashflow dramatisch verbessern und Expansion ermöglichen
- Für die medizinische Forschung: Schedule III öffnet Bundesförderung für Cannabis-Forschung
- Für Investoren: Aktienkurse könnten weiter steigen, wenn die Ankündigung offiziell wird
- Politisches Momentum: Könnte Tür für weitere Reformen öffnen (SAFE Banking Act, etc.)
Risiken
- Trumps Unberechenbarkeit: Er könnte seine Meinung jederzeit ändern
- Kongress-Blockade: Der Lankford-Ricketts Act könnte 280E-Erleichterungen trotz Umstufung verhindern
- Rechtliche Klagen: GOP-Generalstaatsanwälte könnten den Prozess über Jahre verzögern
- Konsolidierung: Kleine Betreiber könnten mit gut kapitalisierten MSOs nicht konkurrieren können
- Keine echte Legalisierung: Schedule III ist nicht Descheduling – Bundesverbot bleibt technisch bestehen
Fazit: Das 2,3-Milliarden-Dollar-Geschenk
Trumps potenzielle Umstufungs-Entscheidung wäre historisch – aber es ist keine Cannabis-Legalisierung. Es ist ein massives Steuergeschenk an eine Industrie, die Millionen bezahlt hat, um Zugang zum Oval Office zu bekommen. Wenn es durchgeführt wird, wäre dies die größte Verschiebung in der bundesweiten Cannabis-Politik seit 50 Jahren.
Aber die Widersprüche sind eklatant. Trump hat gerade die Hanf-Industrie zerstört und bereitet sich nun darauf vor, Big Cannabis zu retten. Er gibt Multi-State Operators Steuererleichterungen, während Bundesgesetz den Besitz in den meisten Kontexten immer noch kriminalisiert. Und er tut all dies, nachdem er Millionen an Spenden von genau den Unternehmen akzeptiert hat, die am meisten profitieren werden.
"Dies ist eine entscheidende Zeit für die regulierte Cannabis-Industrie. Präsident Trumps Unterstützung stellt einen Wendepunkt in der Cannabis-Politik dar."
Die Frage ist nicht, ob Trump durchziehen wird – es ist, ob er die Opposition aus seiner eigenen Partei, potenzielle Klagen von GOP-Generalstaatsanwälten und die Realität navigieren kann, dass er nicht einfach per Executive Order Bundesrecht ändern kann.
Eines ist sicher: Die 32-Milliarden-Dollar-Cannabis-Industrie hält den Atem an. Und wenn die Geschichte mit Trump irgendein Indikator ist, kann alles passieren.
📦 Quellen & Archivierung
Alle externen Quellen wurden am 12.12.2025 recherchiert: