MAGA vs. Marijuana: Wie Cannabis die Republikaner spaltet
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Es ist ein Bild, das die Cannabis-Industrie nicht vergessen wird: Präsident Donald Trump unterzeichnet am 18. Dezember 2025 eine Executive Order zur Cannabis-Umstufung – und im Kongress stehen 48 seiner eigenen Parteifreunde dagegen. Darunter House Speaker Mike Johnson, Mehrheitswhip John Barasso und der ultrarechte Freedom-Caucus-Chef Andy Harris. Cannabis spaltet die Republikaner wie kein anderes Thema. Und das hat Folgen: Der SAFER Banking Act, der Cannabis-Unternehmen endlich Bankzugang verschaffen soll, droht an dieser internen Blockade zu scheitern. Trump trotzt Wählern und Gesetzgebern innerhalb der MAGA-Bewegung – doch der Preis könnte hoch sein.
Die wichtigsten Punkte
- 48 Republikaner gegen Trump: Insgesamt 48 republikanische Kongressabgeordnete unterzeichneten Briefe, in denen sie Trump baten, Cannabis NICHT umzustufen. MJBizDaily
- Die Schwergewichte: Darunter sind House Speaker Mike Johnson (Louisiana), Senator John Barasso (Wyoming, Mehrheitswhip) und Rep. Andy Harris (Maryland, Vorsitzender des Freedom Caucus und Autor des Hemp-THC-Verbots). MJBizDaily
- Die Ironie: Senator Cynthia Lummis (Wyoming) unterstützte zuvor den SAFER Banking Act für Cannabis-Banking – unterzeichnete aber den Brief GEGEN Rescheduling. Ohne Rescheduling wird Banking nicht funktionieren. MJBizDaily
- SAFER Banking blockiert: Die Umstufung allein wird Banken nicht dazu bringen, Cannabis-Unternehmen Dienstleistungen anzubieten – dafür braucht es den SAFER Banking Act im Kongress. Doch genau dort blockieren Trumps Gegner. MJBizDaily
- Trump ignoriert die Basis: Laut Politico und aktuellen Umfragen trotzt Trump damit nicht nur Gesetzgebern, sondern auch Wählern innerhalb der MAGA-Bewegung, die Cannabis skeptisch gegenüberstehen. MJBizDaily via Politico
Was ist passiert?
Am 18. Dezember 2025 unterschrieb Trump die Executive Order zur Umstufung von Cannabis. Die Reaktion kam prompt: Innerhalb weniger Tage wurden Briefe von 48 republikanischen Abgeordneten bekannt, die Trump VORHER gebeten hatten, genau das NICHT zu tun. Ihre Argumentation: Cannabis sei eine gefährliche Droge ohne medizinischen Nutzen. Die Umstufung würde den "War on Drugs" untergraben und eine "falsche Botschaft" an Jugendliche senden.
Trump ignorierte die Briefe und verwies stattdessen auf Umfragen: Die überwältigende Mehrheit der Amerikaner unterstütze die Umstufung. "Ich habe Freunde, die schwer leiden", sagte Trump bei der Unterzeichnung – ein ungewöhnlich persönlicher Ton für einen Präsidenten, der Cannabis-Themen bislang eher taktisch behandelte.
Die Liste der Unterzeichner liest sich wie ein Who's Who der republikanischen Partei:
- Mike Johnson – House Speaker, einer der mächtigsten Republikaner im Kongress
- John Barasso – Senator aus Wyoming, Mehrheitswhip
- Andy Harris – Vorsitzender des ultrarechten Freedom Caucus, Hauptautor des Hemp-THC-Verbots vom November 2025
- Cynthia Lummis – Senatorin aus Wyoming, die zuvor Cannabis-Banking unterstützte
Andy Harris: Der Cannabis-Killer
Rep. Andy Harris (Maryland) ist einer der entschiedensten Cannabis-Gegner im Kongress. Er war Hauptautor des Hemp-THC-Verbots, das Trump im November 2025 unterzeichnete und das faktisch 95% aller Delta-8-, THCA- und Hanf-Getränke-Produkte illegal machte. Harris argumentiert, Cannabis sei eine "Gateway Drug" und die Legalisierung würde zu mehr Drogensucht führen. MJBizDaily
Warum das wichtig ist
Die Rebellion innerhalb der Republikaner hat direkte Folgen für die Cannabis-Industrie. Das größte Problem: Banking. Trotz Trumps Umstufung werden Banken weiterhin zögern, Cannabis-Unternehmen Dienstleistungen anzubieten. Der Grund ist einfach: Cannabis bleibt auf Bundesebene illegal. Selbst als Schedule-III-Substanz ist der Verkauf, Transport und Besitz strafbar.
Die Lösung wäre der SAFER Banking Act – ein Gesetz, das Banken rechtlich absichern würde, wenn sie Cannabis-Konten führen. Doch genau dort liegt das Problem: Der Act braucht eine Mehrheit im Kongress. Und genau dort blockieren die 48 Republikaner, die gegen Trump rebellieren.
Besonders pikant: Senator Cynthia Lummis gehörte zu den wenigen Republikanern, die den SAFER Banking Act unterstützten. Doch sie unterzeichnete auch den Brief gegen Rescheduling. Das ist ein Widerspruch: Ohne Rescheduling wird Banking nie funktionieren – aber sie lehnt genau das ab.
Die Midterm-Wahlen im November 2026
Einige Beobachter spekulieren, dass Trump die Cannabis-Umstufung als Wahlkampf-Tool für die Midterm-Wahlen im November 2026 nutzen will. Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Amerikaner Cannabis-Reformen unterstützt – auch unter Republikanern. Doch die interne Blockade könnte Trump vor den Wahlen in Erklärungsnot bringen: Warum hat er etwas versprochen, das seine eigene Partei blockiert? MJBizDaily
Trump Country sagt Nein zu Cannabis
Die 48 Republikaner repräsentieren Staaten, die fest in "Trump Country" liegen: Wyoming, Louisiana, Alabama, Mississippi, Tennessee. Dort ist Cannabis kulturell tabu – selbst medizinisches Cannabis wird skeptisch gesehen. Laut Politico trotzt Trump damit nicht nur Gesetzgebern, sondern auch Wählern innerhalb der MAGA-Bewegung, die Cannabis als "liberale Droge" ablehnen.
Das ist ein Risiko: Wenn Trump die Umstufung durchsetzt, riskiert er einen offenen Bruch mit dem rechten Flügel seiner Partei – genau vor den Midterm-Wahlen. Cannabis könnte zum Spaltpilz werden, der die Republikaner in zwei Lager teilt: die Libertären, die Cannabis als Freiheitsfrage sehen, und die Konservativen, die Cannabis als moralische Gefahr betrachten.
Was folgt daraus?
Für die Cannabis-Industrie heißt das: Die Umstufung ist nur der erste Schritt. Ohne den SAFER Banking Act bleiben Cannabis-Unternehmen Cash-Only-Businesses, die von Banken gemieden werden. Ohne Banking keine Kreditkarten, keine Kredite, keine Investitionen.
Und ohne Unterstützung der Republikaner wird der SAFER Banking Act nicht durch den Kongress kommen. Die 48 Unterzeichner haben genug Macht, um das Gesetz zu blockieren – selbst wenn Trump es will.
Das Paradoxon: Trump hat mit seiner Executive Order Generationen von Traditionen gebrochen. Doch er trotzt damit auch seiner eigenen Partei. Die Cannabis-Industrie hofft auf Banking – aber die Republikaner sagen Nein. Trump steht zwischen den Fronten.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob Trump seine Partei überzeugen kann – oder ob Cannabis zum Thema wird, das die Republikaner endgültig spaltet.