In 15 Tagen: Kommt der Angriff auf dein Cannabis-Recht?
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Am 1. April erscheint ein Bericht, der die Cannabis-Debatte in Deutschland auf den Kopf stellen könnte.
Am 1. April 2026 legt die Bundesregierung den zweiten Evaluierungsbericht der EKOCAN-Kommission vor. Das Forschungskonsortium untersucht im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums die Auswirkungen des Konsumcannabisgesetzes – diesmal mit Schwerpunkt auf der Entwicklung des Schwarzmarkts und der öffentlichen Sicherheit. CDU/CSU-Politiker haben bereits im Vorfeld signalisiert, negative Ergebnisse als Hebel für Nachschärfungen oder ein Rollback des KCanG nutzen zu wollen.
Lass uns realistisch sein: Der EKOCAN-Bericht wird keine Jubelzahlen liefern. Das wäre nach einem Jahr KCanG naiv. Was er höchstwahrscheinlich zeigen wird: Der illegale Markt ist noch nicht verschwunden. Cannabis Social Clubs kommen nur langsam in Gang – nach aktuellem Stand sind von mehreren tausend Anträgen nur knapp 300 Lizenzen erteilt worden. Jugendschutz-Daten sind schwer zu messen und noch schwerer zu interpretieren. Das sind keine Überraschungen – das ist eine Übergangsphase.
Und genau hier liegt die politische Gefahr.
CDU/CSU sind strukturell gegen das KCanG. Sie werden aus negativen Entwicklungen – real vorhanden, aber zeitlich einzuordnen – Argumente für Verschärfungen bauen. Das ist legitime Opposition. Was nicht legitim ist: Einen Bericht über 12 Monate eines tiefgreifenden Systemwechsels als finale Bilanz zu lesen. Die Niederlande haben nach ihrer ersten regulierten Cannabis-Modellregion über ein Jahrzehnt gebraucht, um eine funktionierende Infrastruktur zu entwickeln. Portugal, das Cannabiskonsum 2001 entkriminalisiert hat, brauchte Jahre, bis die Daten klar positive Trends zeigten.
Wer das KCanG nach einem Jahr am Schwarzmarkt-Rückgang misst und dabei ignoriert, dass der legale Zugang über Social Clubs noch kaum funktioniert – weil Behörden Genehmigungen nicht erteilen –, der argumentiert unehrlich. Der Markt ist nicht geschrumpft, weil das Gesetz schlecht ist. Er ist kaum geschrumpft, weil das Gesetz noch nicht wirklich umgesetzt wurde.
Was du jetzt tun kannst: Das Datum im Kalender markieren. Am 1. April werden viele Medien über den EKOCAN-Bericht berichten – nicht alle davon fair. Wer die Zahlen selbst prüfen will, findet den Bericht direkt auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums. Wir werden die Originaldaten aufarbeiten, sobald sie vorliegen, und einordnen, was die Zahlen wirklich bedeuten – und was politisch daraus gemacht wird.
Eines steht jetzt schon fest: Dieser Bericht wird für Monate der Dreh- und Angelpunkt der Cannabis-Debatte in Deutschland sein.
Fazit: Ein Bericht kann ein Gesetz nicht kippen – aber er kann den politischen Wind drehen. Wir halten das im Blick. Am 1. April mehr.