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Deutschland & Politik

Cannabis-Konsum in Deutschland: 4,5 Millionen Erwachsene, Po

Cannabis-Konsum in Deutschland: 4,5 Millionen Erwachsene, Po
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Seit der Legalisierung von Cannabis zum Eigenkonsum im Frühjahr 2024 hat sich ein reger Online-Markt entwickelt. Die Politik versucht mit Informationskampagnen und einer laufenden Evaluierung gegenzusteuern, während Millionen Erwachsene hierzulande bereits Erfahrung mit der Substanz haben.

Was passiert ist

Seit der Gesetzesänderung vor über einem Jahr florieren nicht nur legale Anbauvereinigungen, sondern auch zahlreiche Online-Plattformen, die Samen, Zubehör und Informationen anbieten. Die Bundesregierung hat im Herbst 2025 eine erste umfassende Bewertung der Folgen eingeleitet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Auswirkungen auf junge Menschen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verbreitung: Einer Erhebung zufolge haben 4,5 Millionen Erwachsene in Deutschland innerhalb eines Jahres Cannabis konsumiert [Bundesgesundheitsministerium].
  • Jugendschutz: Für Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren gelten strengere Regeln: Sie dürfen in Clubs nur Cannabis mit maximal 10 Prozent THC beziehen, begrenzt auf 30 Gramm monatlich [Bundesgesundheitsministerium].
  • Evaluation: Eine erste offizielle Überprüfung der Gesetzesfolgen, insbesondere für den Jugendschutz, wurde im Herbst 2025 eingeleitet [Bundesgesundheitsministerium].
  • Verkehr: Seit August 2024 gilt ein gesetzlicher THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml im Blutserum für Autofahrer [Bundesgesundheitsministerium].

Konsum und Prävention

Die Zahlen zeigen eine deutliche geschlechtsspezifische Verteilung: Während 10,7 Prozent der Männer angaben, in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis genutzt zu haben, lag der Anteil bei Frauen bei 6,8 Prozent [Bundesgesundheitsministerium]. Die durchschnittliche Potenz von illegal gehandelten Blüten liegt laut Strafverfolgungsbehörden bei etwa 14 Prozent THC, bei Haschisch sogar bei rund 20 Prozent [Bundesgesundheitsministerium].

Als Reaktion auf die Liberalisierung startete das Gesundheitsministerium bereits im August 2023 eine Aufklärungskampagne. Diese richtet sich speziell an Jugendliche und junge Erwachsene und warnt vor gesundheitlichen und sozialen Risiken [BMG Cannabis-Info]. Auf einer eigenen Plattform werden Fakten und Hilfsangebote für Konsumierende, Eltern und Lehrkräfte bereitgestellt [BIÖG Prävention].

Regulierung und Grenzwerte

Neben den Konsumregeln hat der Gesetzgeber auch klare Vorgaben für den Straßenverkehr geschaffen. Neben dem Blutserum-Grenzwert von 3,5 ng/ml THC gibt es ein absolutes Fahrverbot unter Cannabiseinfluss für Fahranfänger. Zudem ist der gleichzeitige Konsum von Alkohol und Cannabis am Steuer untersagt [Bundesgesundheitsministerium]. Für den medizinischen Bereich ist Cannabis ab einem THC-Gehalt von mindestens 0,2 Prozent verordnungsfähig [Bundesgesundheitsministerium].

Warum das wichtig ist

Die Legalisierung hat einen bereits existierenden Markt aus der Illegalität geholt und neuen rechtlichen Rahmen geschaffen. Der boomende Online-Handel zeigt die große Nachfrage, stellt die Politik aber auch vor Kontrollherausforderungen. Die laufende Evaluation soll zeigen, ob die gesetzten Ziele – insbesondere der Schutz von Jugendlichen vor den Risiken des Konsums – erreicht werden können. Die Präventionskampagnen betonen, dass der Wirkstoff THC insbesondere für das sich entwickelnde Gehirn junger Menschen schädliche Folgen haben kann [BIÖG Prävention]. Die Entwicklung bleibt ein Balanceakt zwischen persönlicher Freiheit und staatlicher Schutzpflicht.