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Medizin & Forschung

Cannabis und das reife Gehirn: Was die Forschung für Erw...

Cannabis und das reife Gehirn: Was die Forschung für Erw...
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Eine neue US-Studie mit über 26.000 Teilnehmern zeigt Überraschendes: Bei Menschen ab 40 ist Cannabis-Konsum mit größerem Gehirnvolumen und besserer Kognition verknüpft. Die wichtigsten Fakten.

Was passiert ist

Ein Forscherteam der University of Colorado Anschutz hat die bisher größte Studie zu Cannabis und Hirnstruktur bei älteren Erwachsenen veröffentlicht. Sie werteten Gehirnscans und Kognitionstests von 26.362 Personen (40–77 Jahre) aus der britischen UK Biobank aus [Journal of Studies on Alcohol and Drugs].

Das Wichtigste in Kürze

  • Größere Hirnregionen: Cannabis-Konsumenten hatten in Hippocampus, Amygdala, Caudatum und Putamen ein etwas größeres Volumen als Nicht-Konsumenten [FITBOOK].
  • Bessere Kognition: In Tests zu Lernen, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Kurzzeitgedächtnis schnitten Konsumenten besser ab [FITBOOK].
  • Auch Ex-Konsumenten betroffen: Selbst wer nur in jüngeren Jahren konsumiert hatte, zeigte Jahrzehnte später noch Unterschiede [FITBOOK].
  • Mögliche Erklärung: Das körpereigene Endocannabinoid-System könnte im Alter Entzündungs- und Abbauprozesse beeinflussen [MedicalXpress].
  • Einschränkung: Korrelation, keine Kausalität. Selbstauskünfte, keine genauen Konsumdaten [MedicalXpress].

Deutsche Gesetzeslage

In Deutschland erlaubt das Cannabisgesetz (seit April 2024) Erwachsenen den Besitz von 25g öffentlich/50g privat und Eigenanbau von bis zu 3 Pflanzen. Für 18–21-Jährige gelten strengere Limits: max. 10% THC, 30g/Monat in Anbauvereinigungen [Bundesgesundheitsministerium]. Im Straßenverkehr gilt seit August 2024 ein Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum.

Warum das wichtig ist

Die Studie stellt die bisherige Annahme infrage, dass Cannabis generell das Gehirn schädigt. Für ältere Erwachsene scheinen die Zusammenhänge komplexer zu sein als bisher angenommen. Allerdings ist die Studie kein Freifahrtschein – sie zeigt Zusammenhänge, keine Ursache-Wirkung-Beziehung. Die Forscher betonen ausdrücklich, dass weitere Untersuchungen nötig sind.